ROSA UND LENA
Im April 2003 sind wir hierher gekommen und haben ein Jahr lang an unserem Haus gebaut. Bereits im nächsten Monat, im Mai, kam bei uns der Wunsch nach einem oder auch zwei Hunden, die uns hier Gesellschaft leisten. Wir sind in den Norden Korfus gefahren, nach Acharavi, und haben dort das Hundeheim gesucht, von dem wir gehört hatten. Wir haben nicht lange gebraucht, haben eben sehr bald die beiden Welpen gesehen, die zusammen gespielt haben — und haben die Beiden mit nach Hause genommen.
Die Zeit, in der die beiden aufgewachsen sind, haben wir besonders genossen. Jungtiere sind immer wieder etwas ganz schönes. Wir haben sie ROSA und LENA genannt, nach dem Theater ROSALENA, das 1991 gegründet wurde durch Delia Dahinden und Esther Uebelhart, zwei Freundinnen von Reto.
Rosa und Lena waren sehr gute Jägerinnen. Nichts haben sie lieber gemacht, als zu jagen. Sehr geschickt und mit perfekter Zusammenarbeit haben die Beiden jeder Menge Baumratten, Mäusen, Eidechsen und anderen Kleintieren den Garaus gemacht.
Im Wasser vom kleinen See, den wir hier in der Nähe haben, auf dem Feld und in den Bäumen, nirgends sind Kleintiere vor ihnen sicher gewesen. Mit sehr viel Geschick und Geduld haben sie sie am Ende fast immer gefangen. Die so ergatterte Beute wurde fast immer geteilt, mal durfte die eine mal die andere den Fang ein par Stunden herum tragen. Sie sind auch sehr gerne mitgekommen an den Strand, und sind auch mitgekommen zum schwimmen, bis ins tiefe Wasser. Super Wächter waren sie auch. Nichts und niemand ist unbemerkt auf ihr Territorium gekommen. Und dann am Abend so herrlich entspannt in der Stube liegen.
Leider hatte die Lena von anfang an diese Krankheit, die im Mittelmeerraum sehr verbreitet ist: Leishmaniose, eine lästige unheilbare Krankheit, von der viele Hunde hier betroffen sind. Mit der Gabe von Tabletten lässt sie sich aber meistens eine Weile unter Kontrolle halten.
Deshalb haben wir gedacht, dass Lena wohl die erste der beiden sein wird, die uns verlässt, aber da hatten wir uns doch geirrt. Mit 5 Jahren bekam Rosa die erste Beule — einen Tumor. Ungefähr 1 Jahr und 2 Operationen später standen wir vor der Tatsache, dass der Krebs gewonnen hat, und mussten sie einschläfern lassen. 1 Jahr später nahm die Leishmaniose überhand bei unserer Lena, die dann ziemlich schnell ziemlich krank wurde und starb. Sie sind also nicht alt geworden, nur 6 und 7 Jahre, unsere Rosa und Lena, aber sie sind UNVERGESSLICH.
HUGO
Irgendwo mitten im Ropa Tal wurde Hugo gefunden, von Sabina, einer Freundin von uns. Sabina, die damals selber Pferde hatte, wusste, dass wir schon einen Esel besassen und fragte uns, ob wir ihn nicht bei uns aufnehmen wollten.
Zusammen sind wir dort hingegangen und haben ihn mitgenommen. Breitbeinig stand er hinten auf unserem Anhänger. Hugo war sehr lieb, er kam ohne Protest mit. Zuhause angekommen merkten wir schon bald, dass Hugo nicht viel sehen konnte. Er war vollständig blind. Das könnte auch der Grund gewesen sein, weshalb sein früherer Besitzer ihn im Tal “entsorgt” hat. Einen alten blinden Esel kann man nicht mehr brauchen, also stellt man ihn irgendwo hin, wo er auf sich selbst gestellt ist. Blind und alt wäre er dort schlicht verdurstet. Wir haben Hugo mit einem Mittel gegen Milben gewaschen, weil er sehr viel Juckreiz hatte. Auf seinem Rücken hatte er grosse kahle Stellen, wo sein Sattel gewesen war. Der wurde ihm wahrscheinlich nur selten abgenommen. Auch mit den Gelenken hatte Hugo Problemen, er lief steif und mit viel Mühe. Wir haben ihm nur mit einem Schmerzmittel helfen können. Ein Konfitürebrot jeden Morgen und jeden Abend mit eine Tablette drin, damit konnte er sich dann bewegen. Viel konnten wir nicht mehr für ihn tun. Er war vier Monate bei uns, dann starb er, unser Hugo. Aber in diesen vier Monaten haben wir ihn ein wenig verwöhnt.
SKIELA
Ende Oktober 2009 ist sie uns zugelaufen. Ein kleiner schwarzer Hund mit einem dicken grünen Strick um den Hals. 
Sie hat sich vielleicht irgendwo selbst befreit, um nachher direkt weg zu laufen. Sie war sehr mager und hatte ein entzündetes linkes Auge. Zuerst ist sie natürlich gejagt worden von den anderen Hunden hier, aber sie war fest entschlossen, hier bei uns zu bleiben. Wir haben ihr den Namen Skiela gegeben. Was einfach Hündin bedeutet. Erst später erzählte uns eine griechische Freundin, dass Skiela nicht nur Hündin bedeutet, sondern dass es auch als Schimpfwort für gewisse Frauen gilt und dass das nicht unbedingt ein Name ist, den man seinem Hund gibt. Na ja, da war sie aber schon unsere Skiela. Nach ein par mal gut essen, und ein Bad mit ein Antiparasitenschampoo hat sie sich schnell verwandelt in einen fröhlichen verspielten kleinen Hund. Wir wolte sie bei uns behalten über Winter und dann im Frühling, wenn es wieder Flüge gibt, mit Hilfe von Stichting AAI in Holland eine nette neue Familie für sie suchen. Das wäre sicher gelungen. Aber dann, im März, wurde sie krank. Es fing an mit stolpern und nach drei Wochen war sie fast komplett gelähmt an den Hinterbeinen. Sie konnte nicht mehr laufen, nicht mehr selber aufstehen, nicht mehr hinsetzen beim Wasser lassen, nur noch mit ganz steifen Beinen ganz kurze Strecken laufen, um dann hinzufallen. Tierärzte hier wussten auch nicht, was es war, es wurde vieles probiert und nichts half. So haben wir irgendwann den Tierarzt hierher bestellt, um sie zu erlösen. Sie wurde ungefär 1 Jahr alt.